Selbstzulassung

Kunst als "mein Meister"

in empathischer Gesprächsführung

Die zweidimensionale Lehre

Empathie-Training erhielt ich in der künstlerischen Arbeit.

Das eine Feld war die Gemälde-Restaurierung. Als ich ein Gemälde (meist alte, berühmte, kostbare Werke) retuschieren musste. Retusche ist, wenn man die Flächen, auf denen die Originalschicht, also ein Stück vom Bild, fehlt, wieder „bemalt“, also das Bild ergänzt, vervollständigt. Manche wollen, dass man die Retusche von dem Original eindeutig unterscheiden kann, wie in den Museen. Manch andere möchten, dass die Retusche nicht zu unterscheiden ist von dem Original, so dass die Restaurierung, also die spätere Ergänzung gar nicht auffällt – meist private Besitzer, die das Bild „störungsfrei“ genießen wollen. 

Nun stand ich vor dem Bild und sammelte die Farben auf die Palette… aber welche? Das war ein Gefühls-Training, ich musste mich hineinfühlen in die Farbenwelt des Malers, da ich nicht wissen konnte, welche Farben er damals benutzt hatte. 
Die nächsten „Klimmzüge“ der Empathie nötigten sich auf, als ich dann zu malen anfing, denn das „wie“, nämlich die Art der Pinselstriche, musste auch sein, wie die des Malers von damals. 

Die ganze Stimmung verlangte von mir ein Einfühlungsvermögen und demutsvolles „zuhören“ und „wiedergeben“. 

Die dreidimensionale Lehre

Das andere Feld – für mich wie eine Oberstufe – zeigte sich beim Plastizieren. 

Einige – zum Glück wenige – Male, die waren aber schmerzvoll genug, passierte folgendes: Ich erstellte ein Portrait und habe dabei meine Vorstellung und meinen Willen durchgesetzt. Das Werk jedoch hat etwas anderes „gewollt“. In den wenigen Minuten, während mein Verstand losließ und sich ausruhte, bot mir das Werkstück durch die entstehenden Formen unter meinen dies fühlenden Händen etwas Anderes. Und wenn ich nicht darauf hörte, sondern meinen Willen durchsetzte, ohne in Dialog zu treten, habe ich dieses schöne Kunstwerk verstümmelt, vernichtet. Das Produkt meines Willens hat mich nicht ein einziges Mal zufrieden gemacht, es war … so leblos. Im Nachhinein sah ich, wie schön das war, was ich zum Verstummen brachte, was ich „überplastiziert“ habe. Diese Erkenntnis war schmerzvoll und ging tief. 

Ich erzähle nun das Gelernte, ein sogenanntes positives Beispiel: Ich wollte zwei bestimmte Frauen plastizieren, die unterschiedliche Schönheit der noch unreifen Jugend und der altgewordenen Weisheit. Diesmal habe ich auf mein Werk gehört, welches mir eindeutig „zeigte“, wo es noch mehr Tonerde braucht, wo weniger, welche Formen zu hart sind, welche zu unklar. Ich hörte darauf, war wie im Halbschlaf, nur meine Hände waren rücksichtsvoll aktiv. Da entstand eine Figur, die mir dann auch die Botschaft übermittelte, etwas ganz Anderes, was ich plante, viel tiefer und sinnvoller. 

Brotvermehrung?

In einem anderen – „positiven“ – Fall habe ich sogar eine Sendung im Radio aufmerksam verfolgt, während ich an dem Ton „herumknetete“, nicht wissend, was ich genau will. Ich wollte nur plastizieren, wie man einen Farbstift über das Papier laufen lässt beim planlosen Kritzeln. Meine Hände wurden deutlich geführt, das Werk äußerte deutlich seinen Willen, wo noch etwas hin, wo etwas weg. Was da entstand, verstand ich auf das Erste nicht, aber diese Skulptur war mir sehr nah. Als ich in meinem Atelier eine Ausstellung organisierte, stellte ich die „schönen Stücke“ aus: Entweder Bronzegüsse, oder mindestens Terrakotta, das heißt, gebrannte Tonerde, stabil, zeit- und wasserbeständig. Im letzten Moment „rief mich“ aus meinem Herzen – und vom Regal hinter dem Vorhang – diese Skulptur, die nicht einmal gebrannt war, aus wasser- und bruchempfindlicher Tonerde. Ich „musste“ sie auch mit ausstellen. Bescheiden, in der hintersten Ecke fand ich noch einen Platz, wo sie geschützt aber noch anschaubar dort stand. Was passierte dann? Einzig nur bei dieser Skulptur versammelten sich so viele Menschen, wie bei keiner anderen. Und jeder Mensch sah darin etwas Anderes. Da musste ich an die Brotvermehrung denken – wenn man Gott durch sich in die Welt einlädt und ihn wirken lässt, gibt er in einem Stück für viele verschiedene Menschen so viel, dass jeder darin seins findet und Ernährung erlebt.  

Auf Ihren Auftrag hin porträtiere ich sowohl zeitgenössische, als auch verstorbene Menschen Ihrer Wahl. Betrachten Sie meine bislang entstandene Werke.
Schon mit einem Kunstwerk gehören Sie zum erlesenen Kreis der Kunstsammler.

mehr…

Eine seltene Möglichkeit über die eigene Wahrnehmung zu reflektieren und sie zu trainieren. Hierfür lade ich in erster Linie Menschen ein, die mit Menschen arbeiten, Therapeuten (Somatic Experiencing), Psychologen, Pädagogen, Ärzte u. ä.

mehr…

Autosave-File vom d-lab2/3 der AgfaPhoto GmbH

Kunst als mein "Meister" in empathischem Dialog

Die Bildende Kunst als Empathie-Trainer? Ja. Sowohl die Gemälde, die ich restaurierte, wie auch die Skulpturen, die unter meinen Händen entstanden – oder starben – gaben mir über meinen Umgang ununterdrückbare Rückmeldung, wofür ich dankerfüllt bin.